Wohin mit dem Mist? Auswirkungen der neuen Düngeverordnung auf die Landwirtschaft

Termin

17. November 2020 – 19:30 - 21:00

Veranstaltungsort
Europahaus Aurich, Deutsch-Niederländische Heimvolkshochschule e.V.
Von-Jhering-Straße 33
26603 Aurich

Kategorien

Über die Veranstaltung

Pflanzen benötigen Nährstoffe in
einem „ausgewogenen“ Verhältnis, damit sie opti-mal wachsen. Eine
Düngung nach guter fachlicher Praxis versorgt Pflanzen mit not-wendigen
Pflanzennährstoffen und erhält und fördert die Bodenfruchtbarkeit. Das
nationale Düngerecht wurde im Jahr 2017 grundlegend geändert, um es an neue
fachliche Erfordernisse zur Verbesserung der Wirksamkeit der Düngung und zur
Verringerung von Umweltbelastungen anzupassen.

Nach einer Studie der
Landesregierung gelten 39 Prozent der landwirtschaftlich ge-nutzten Flächen in
Niedersachsen neuen Grundwasser-Analysen zufolge als nitratbelastet – und damit
als „rote Zone“. Insgesamt geht es um eine Fläche von rund einer
Million Hektar. Um sicherzustellen, dass künftig nur noch so viel Dünger auf
die Äcker kommt, wie die Pflanzen wirklich brauchen, müssen Landwirte in
wei-ten Teilen des Landes ihre Gülle und die Gärreste aus Biogasanlagen genau
analysieren lassen, bevor sie sie auf den Feldern ausbringen. Außerdem muss
Dünger künftig innerhalb von einer Stunde in die Böden eingearbeitet werden,
anstatt wie bisher innerhalb von vier Stunden. Ab Juli 2021 sollen die
Landwirte darüber hinaus die Lagerkapazität für Gülle auf sieben anstelle der
bisherigen sechs Monate erhöhen. Von den insgesamt 37 Landkreisen und acht
kreisfreien Städten im Land sind dem Entwurf zufolge nur die sieben folgenden
Gebiete nicht als nitratsensibel eingestuft worden. In allen anderen gilt das
Grundwasser als zu stark mit Nitrat belastet.

Die Reaktion der Landwirte zeigte
sich auf den Straßen des Landes. Lange Trecker-Korsos hatten die Bevölkerung
auf die Aktion der Landwirte aufmerksam gemacht. Im Oktober und November 2019
gab es große Kundgebungen in der Landeshaupt-stadt und anderen Zentren des
Landes bei der die Landwirte auf die immer höheren Auflagen und der immer
größeren Konkurrenz aus dem Ausland aufmerksam machen. Viele Landwirte
bemängeln auch, dass sie als alleinige Verursacher für die Umweltschäden verantwortlich
gemacht und in der Gesellschaft geächtet würden.

Wie kann ein ausgewogener Mittelweg
zwischen wirtschaftlichen und ökologischen Interesse erfolgen? Diese und
weitere Fragen diskutieren wird im Rahmen unserer Veranstaltung.